Y wie Yoga
Den Körper wie den Geist umfasst keine Sportart so sehr
wie Yoga. Auf den ersten Blick scheinen hinter den Übungen,
Arsanas heißen sie im Indischen, nicht viele Kraftanstrengungen
zu stecken. Doch der Schein täuscht. Die scheinbare Leichtigkeit,
mit der Yoga- Trainings absolviert werden, hat ihren Grund
wohl in der Bedeutung des Atems und der Anweisung bei allen
Übungen das Gesicht entspannt zu lassen. Somit werden
wie in kaum anderen Sportarten Aufmerksamkeit auf entspannte
Kraft und den Atemrhythmus gelenkt. Beim Yoga trainiert man
die Muskeln nicht durch Wiederholungen von Bewegungen, sondern
durch wiederholtes Atmen. Die Herausforderung zeigt sich darin,
auch in schwer zu haltenden Positionen zu entspannen. Das
Luftholen gleicht den Pump- Bewegungen beim Stemmen von Hanteln
im Muskel. Jeder Atemzug wirkt wie eine Wiederholung der Übung.
Yoga bewirkt so starke innere Ruhe und Kraft und "Entspannung
und Gleichgewicht in Bewegung". Viele Menschen fühlen
sich durch Yoga so rund um besser, dass auch alltägliche
"Erleuchtungen" von Yoga- Treibenden beschrieben
werden. Doch durch die verbesserte Wahrnehmung des Körpers
und die Tiefenentspannung, die mit Kraft erfüllt wird,
lässt schlicht und einfach nur viele Menschen anders
durchs Leben gehen. Wer auf Stress, Streit oder angstauslösende
Situationen nicht mehr mit Verkrampfung der Muskeln (und so
auch innerlich) reagiert, der wundert sich schnell darüber,
dass sich seine Wahrnehmung verändert hat. Im Osten wird
die Lebensenergie, die ungehindert fließen kann, als
Kundalini- Kraft bezeichnet. Sie windet sich bildlich gesprochen
wie eine Schlange durch die Wirbelsäule. Ein von Blockaden
befreiter Körper ist das Ideal, das dieses Bild beschreibt
und zu dem Yoga führen soll.